Minimale Effektive Dosis (MED); Von Minimalismus und Zielerreichung

English: Parkour

English: Parkour (Photo credit: Wikipedia)

Im Moment lese ich viele Bücher von Tim Ferriss

Tim Ferriss hat unter anderem die Bücher die 4-Stunden Woche, den 4-Stunden Körper und den 4-Stunden Koch (zur Zeit nur auf Englisch verfügbar) geschrieben.

Was in Tim’s Büchern sehr sehr wichtig ist, ist der Schwerpunkt auf Effektivität. Als Anzeige für Effektivität können wir die Minimale Effektive Dosis (MED) benutzen.

Was ist die MED?

Die MED ist der minimale input, der gebraucht wird, um ein bestimmtes Ziel, das man sich vorher gesetzt haben muss zu erreichen.

Beispiel.:

– Du willst einen Topf Wasser aufkochen.

– Du weißt: Wasser kocht bei 100°C

– Schlussfolgerung: Du musst das Wasser auf 100°C erhitzen, um dein gesetztes Ziel (kochendes Wasser) zu erreichen

– Du hast nun die MED für Wasser: Die Energie, die verwendet wird, um das Wasser auf 100°C zu bekommen (input) reicht, um das Wasser zum Kochen zu bringen (Ergebnis)

– Was, wenn du das Wasser jetzt noch weitererhitzt (schreibt man das so? o.O) –> Richtig! Wasser kann nicht noch mehr kochen, du verschwendest also Energie!!!

Definition: “Die MED ist der minimale input, der gebraucht wird, um ein bestimmtes Ziel, das man sich vorher gesetzt haben muss zu erreichen“

Weitere Beispiele:

Sonnenbräune: 15 min. täglich in der Sonne reichen aus, um die chemischen Reaktionen in der Haut auszulösen, braun zu werden.

Liegt man also nur wegen der Bräune in der Sonne, ist jede weitere Minute in der Sonne Zeitverschwendung und führt sogar bald zu Sonnenbrand

Schultermuskulatur: Für ein Training der Schultermuskulatur reicht am Trainingstag eine Belastungsdauer von 80 sec. bei ca 20 kg, um die muskuläre Aufbaureaktion herbeizuführen

Wenn das ganze von einer eiweißreichen Ernährung begleitet wird reichen ca. 160 sec. der Belastung pro Woche, um Schultermuskulatur aufzubauen

Wird die Muskulatur stattdessen mehrere Minuten beansprucht verbraucht man z.B. 80% mehr Energie und Zeit, wobei man sein Ergebnis nur um 20% verbessert

Das Ganze läuft nach dem 80/20 Prinzip, oder auch Paretho-Gesetz:

Wilfredo Paretho war irgendein italienischer Wirtschaftsexperte. Er hat entdeckt, dass 20% der Gesellschaft 80% vom Geld in einem Land besitzen.

Dann hat er noch entdeckt, dass 20% seiner Erbsenpflanzen im Garten 80% der gesamten Erbsen produzierten.

Das Coole ist, dass sich das Prinzip auf fast alles anwenden lässt. So kann man zum Beispiel sein Leben darauf untersuchen, welche 20% aller Ereignisse, oder Personen 80% der Probleme verursachen und vieles mehr, um so darauf zu reagieren. Was Parkour angeht könnte man zum Beispiel darüber nachdenken, welche 20% aller Hindernisse etwa 80% der Zeit bis zum Ziel verbrauchen, um diese dann auf seinem Weg vermeiden zu können. Anstatt also Luftlinie zu laufen und dabei über das 13-stöckige Hochhaus zu klettern, geht man einfach um das Hochhaus herum. Macht Sinn? Richtig! Genau darum geht es in Parkour! um die MED! Effizienz ist in Parkour die Nummer 1! Wenn ihr aber gerade von einem tollwütigen Tiger verfolgt werdet könnten aber auch 20% der Hindernisse eure Überlebenschancen um 80% steigern. Habt ihr die Skills, schneller auf das Hochhaus zu klettern, als der Tiger euch erreichen kann? Wenn ihr vor dem Tiger flüchtet und 4 von 5 Hindernissen für den Tiger leicht zu erklettern sind ist also das Hochhaus das Hindernis, das euch zu 80% den Ar*** rettet!

Das Beste: Das Effektivitätsprinzip lässt sich noch weiterführen:

Wenn man zum Beispiel die Gesellschaft genauer betrachtet kann man sehen, dass wieder 20% der Reichen 80% des gesamten Geldes der Reichen besitzen und so weiter.

Was wenn wir also noch effektiver sein können und z.B. mit 2,5% des möglichen Aufwandes 95% des möglichen Ergebnisses erzielen? Wenn wir nur genau genug analysieren, was letztendlich zu dem Ergebnis führt, das man will, können wir uns auf die MED konzentrieren und so ohne viel Energie zu verschwenden unser Ziel erreichen.

Das Ziel ist nicht, sich an den Zahlen zu orientieren, sondern einfach den besten, effektivsten Weg zu finden!

In der Schule habe ich zum Beispiel in den wichtigen Stunden im Unterricht aufgepasst, und zwar nur in den sehr wichtigen, die Hausaufgaben gemacht, die mir nicht sinnlos vorkamen, was sehr sehr wenige waren und mir vor Arbeiten noch einmal alles, was ich damals für wichtig empfand angeschaut und mir im Internet sehr kurze, aber inhaltsvolle Zusammenfassungen für die Dinge gesucht, die ich noch nicht ganz verstanden habe, oder die mir fehlten. Ich war in meiner Abi-Zeit einer der, der am wenigsten für die Schule getan hat. Mein Abi-Schnitt lag bei 2,1. Nicht schlecht für Jemanden, der nicht wirklich viel Zeit aufgewendet hat, oder?

Was ich euch damit sagen will:

Checkt immer, ob etwas den Aufwand wert ist

Wendet die Regel auf Parkour, Geocaching und alles an, was euch einfällt. Fragt euch zum Beispiel: “Wie lerne ich am schnellsten und besten die Parkourrolle“, “Welche Funktionen muss ein GPS-Gerät haben, um für Geocaching benutzt werden zu können, brauche ich wirklich ein 300€ Gerät, oder tut es auch die gratis c:geo app aus dem Android Market?“ usw. usw.

Ich hoffe, ihr habt etwas aus dem Post mitgenommen.

Euer Michi

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